INTERAKTIV
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| Geschichte |
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Durch zwei verlorene Weltkriege sind viele ideelle und materielle Werte verloren gegangen und daher muss manch wesentliches Ereignis unerwähnt bleiben, weil der Nachweis fehlt. Ein weiteres Problem der Wiedergabe der Vergangenheit, war die zweimalige Aufgabe der Eigenständigkeit des Vereins dadurch, dass er sich der Idee eines Großvereins unterordnete. Zusammenschlüsse mit einem anderen Verein standen immer unter dem ideellen Gedankengut und der Zielrichtung einer gleichberechtigten und leistungsstarken Sportgemeinschaft. Stattdessen führten ungleiche finanzielle Ansprüche zu Spannungen, die ein weiteres Zusammenwirken verhinderten und zur Trennung führten, was letztlich auch wieder mit ideellen und materiellen Verlusten verbunden war. Einer besonderen Anerkennung bedarf die Tatsache, dass die Turnerfamilie es immer wieder verstand, in ihren Reihen Menschen zu begeistern, die ihre Kraft und Ideale in die Turnidee einbrachten und mit Zähigkeit jeweils den Neubeginn durchsetzten. Nur dieser Fähigkeit ist es zuzuschreiben, dass sich diese Gemeinschaft nie aufgab und heute mit Stolz und auch etwas Wehmut in die Vergangenheit zurückblicken kann, dafür aber furchtlos sich der Zukunft stellen wird. Die letzten 15 Jahre vor dem Jubiläum 1984 haben die intensive Entwicklung von einer besitzlosen Turnabteilung mit rund 700 Mitgliedern, davon 2/3 Kinder und Jugendliche, zu einem Großverein mit etwa 1.500 Mitgliedern, mit sportlich leistungsstarken Abteilungen, einer schuldenfreien Kasse und einem Vereinsheim mit Sportanlage geprägt. Möge der Nachwelt das geschriebene Wort teilweise einen Einblick und eine Vorstellung der Vergangenheit wiedergeben, wie sie diese Turngemeinschaft damals durchlebt hat. Die Entwicklungsjahre des 100-jährigen Turnvereins 1884 e.V. 05. Juli 1884 - Gründung des Turnvereins 1884 Neckarau 01. Januar 1920 - Zusammenschluss des Turnvereins 1884 Neckarau mit dem Tunerbund „JAHN“ Mannheim-Neckarau e.V. um Turnverein JAHN 1884 Mannheim-Neckarau 19. Februar 1921 - Gründung des Vereins für Leibesübungen (V f L) Neckarau unter Zusammenschluss von Turnverein JAHN 1884 Mannheim-Neckarau und Spielvereinigung 07 Neckarau 1924 - Austritt der Turnabteilung aus dem V f L Neckarau und Neugründung des Turnvereins JAHN 1884 Mannheim-Neckarau 1928 - Turnvereins JAHN 1884 auf dem Casterfeldplatz (Aurepa) wird eingeweiht. 01. Januar 1946 - Wiedereintritt des Turnvereins JAHN 1884 e.V. in den V f L – Neckarau 15. August 1967 - Die Turnabteilung tritt erneut aus dem V f L aus, aber aus Gründen von Rechtsansprüchen führt sie die Bezeichnung Turnverein 1884 e.V. Mannheim-Neckarau (im V f L) Dezember 1968 - Der Turnverein verzichtet auf alle eventuellen Rechtsansprüche und macht sich erneut, nach Eintrag im Vereinsregister Nr. 697, selbständig unter der Bezeichnung: Turnverein 1884 e.V. Mannheim-Neckarau Die Geburtsstunde des Turnvereins 1884 Neckarau. Mit der Erfindung der Dampfmaschine brach ein neues Zeitalter an. Das 19. Jahrhundert brachte den Anfang der Industrialisierung und damit eine Umgestaltung im Zusammenleben der Menschen untereinander. Sie wurden in ihrem Handeln und Denken selbständiger und dadurch aufnahmefähiger für neue Ideen. Eine dieser neuen Ideen war das Turnen, von Friedrich Ludwig J a h n geschaffen, welches die Jugend zur freiwilligen Unterordnung durch das Turnen erziehen und mit innerer Wärme zum deutschen Volkstum beseelen sollte. Ein Ausspruch Ludwig Jahn aus dem Jahr 1830 besagt: "Soviel Not wie jedem Menschen zu wünschen, als er siegreich durchkämpfen kann; soviel Unglück, als er mit hochsinniger Selbstkraft trägt; soviel Leiden, als gefordert werden, sich ganz verstehen zu lernen." Diese Turnidee fasste zunächst in allen größeren Städten Fuß, speziell dort, wo die Industrialisierung sich am stärksten ausbreitete. Nachdem in Mannheim die Gründung des Turnvereins 1846 ihren Anfang genommen hatte und der Wunsch nach eignem eigenen Turnverein in NECKARAU immer lauter wurde, rief nach dem Fronleichnamsgottesdienst am 05. Juli 1884 der Neckarauer Peter Werdan Gesinnungsfreunde zusammen, um hier in NECKARAU den Turnverein 1884 zu gründen. Man beratschlagte am sog. „BRÜCKLE“ (Friedrichstraße Höhe Modehaus Schuhmacher) den Gründungsplan und traf sich noch am gleichen Tag mit ungefähr 40 Turnbegeisterten und Turnfreunden im Gasthaus „ENGEL“, Rheingoldstraße. Sofort wurde ein Vorstand von 8 Mitgliedern gewählt, deren Vorsitz vorerst Ludwig Feuerstein übernahm. Die turnerische Leitung wurde dem Lehrer Peter Huber anvertraut, während die Funktion des Schriftwartes dem Kaufmann Heinrich Seitz übertragen wurde. Als Männer der ersten Stunde sollten jene nicht unerwähnt bleiben, die dem neuen Turnverein 1884 beitragen. Es waren: Bertsch Theodor Kleine Straße Bertsch Heinrich Schulstraße Bisson Philipp Adlerstraße Bisson Peter Adlerstraße Fertig Josef Adlerstraße Feuerstein Ludwig Frey Georg Adlerstraße Göttge Heinrich Lange Kappes Gasse Huber Peter Hacker Heinrich Kleine Straße Hacker Georg Schulgäßle Hack Philipp Kaiser Wilhelm Straße Käser Karl Adlerstraße Käser August Adlerstraße Keck Fritz Rosenstraße Keck Georg Kappes Klingmann Valentin Kaiser Wilhelm Straße Kurz Georg Lange Kappes Gasse Kupferschmidt Ludwig Maxstraße Hanser Karl Wassergasse Last Valentin Rosenstraße Lutz Georg Schulstraße Orth Ludwig Maxstraße Siefert Wilhelm Adlerstraße Seitz Heinrich Kaiser Wilhelm Straße Schandin Georg Kaiser Wilhelm Straße Schandin Philipp Maxstraße Schandin Ludwig Rathaustraße Schulz Peter Schulstraße Schumacher Josef Friedhofstraße Schmitt Ludwig Maxstraße Schmitt Jacob Rosenstraße Traub Peter Adlerstraße Traub Josef Adlerstraße Striehl Georg Kaiser Wilhelm Straße Spiegel Heinrich Luisenstraße Weber Georg Weinhard Georg Schulstraße Ritter Valentin Rosenstraße Weidner Valentin Rosenstraße Wörtz Philipp Werdan Peter Nach einer Aufstellung durch August Käser haben sich diese Männer in die Gründungsliste des Turnvereins 1884 eingetragen. Mit gemischten Gefühlen sahen die Neckarauer Bürger, meist Bauern, dem Treiben der Turner zu; sie hatten nur wenig Verständnis für diese Ideen. Umso begeisterter aber war die Jugend, die immer größeren Gefallen an der Eroberung des eigenen Mutes und der körperlichen Gewandtheit fand. Eine nicht unwesentliche Förderung der Turnkunst in NECKARAU hat der Turnverein 1884 den Mitgliedern des viel älteren Turnvereins 1846 Mannheim zu verdanken. Noch im Gründungsjahr trat der TV 1884 NECKARAU erstmalig in der Öffentlichkeit auf, in dem er für Mitglieder und Gönner eine Weihnachtsfeier veranstaltete. 1885 Im Januar führte die Vereinsführung die erste Generalversammlung durch, bei der ein beachtlicher Mitgliederaufschwung verzeichnet wurde. Als aktive Mitglieder traten dem Verein bei: Berger Jacob Brenneis Jakob Greichgauer Gottlieb Jäger Johann Süß Friedrich Wacker Philipp Sturm Philipp Reinle Georg Schleich Johann Hoffmann Georg Schmitt Johann Steinhauer Jacob Witt Ludwig Karmann Georg Koch Karl Orth Valentin Schäfer Bernhard Hammer Karl Göbel Peter Bolz Johann Zass Jacob Weidner Adam Nennherz August Mess Ludwig Weidner Johann Bickel Adam Brommer Thomas Weidner Peter Als passive Mitglieder zeichneten sich ein: Hoff Philipp Ziegler Georg Montag Georg Hüngerle Karl Stober Peter Brenneis Christof Fleck Peter Schmuck Adam Schaffer Franz Arnold Ludwig Wurtz Georg Von Traitteur Ludwig Lederer Karl Schramm Karl Getrost Johann Zum neuen Vereinsvorstand wurde Valentin Last gewählt. Beim Gauturntag am 7. Juli in Speyer trat der Verein dem Turngau RHEIN-NECKAR bei. In der Zeit vom 19. bis 21. Juli fand in Dresden das 6. Deutsche Turnfest statt. Bei den Turnfesten am 2. August in Schwetzingen und am 9. August in Waldhof erzielten die Turner Valentin Last Georg Schandin Peter Traub Wilhelm Siefert Karl Käser Heinrich Göttge die ersten Erfolge für den TV 1884. Sie waren die ersten Neckarauer Turnfestsieger. Mit dem Ansteigen der Mitgliederzahlen und dem verstärkten Turnbetrieb wurde das Gründungs- und Vereinslokal „ENGEL“ zu klein und man war gezwungen in das Gasthaus „ROTER OCHSEN“ zu wechseln, da zu damaliger Zeit alle Turnstunden in den Sälen von Gasthäusern stattfanden. |